Hannah Eisendle

Elektrische

Fische

Mobile Jugendoper auf Tour durch die Bundesländer ab 12 Jahren

Text Susan Kreller & Krysztina Winkel

Freitag 26. Jänner 2024 10:00 – 10:50 Keine Pause Externer Spielort

Besetzung am
26. Jänner 2024

Inszenierung

Kenza Koutchoukali

Bühne & Kostüm

Mahshad Safaei

Dramaturgie & Choreographie

Katharina Augendopler

Emma

Cinzia Zanovello

Levin

Lukas Karzel

Klarinette

Andraž Jagodic

Percussion

Kaja Włostowska

Cello

Cristina Basili

Über die mobile Jugendoper

In Kürze

Jugendoper über Zugehörigkeit, Freundschaft und Akzeptanz.

Die 13-jährige Emma muss von Dublin in einen kleinen Ort nach Nordostdeutschland ziehen. Der abrupte Ortswechsel bereit ihr großen Kummer, sie hasst alles an diesem neuen Ort. Mit ihrem neuen Schulfreund Levin schmiedet sie einen Plan, wie sie wieder zurück in ihre Heimat kommt. Das Meer als Verbindung und Trennung der beiden Orte bekommt nochmal eine ganz andere Bedeutung, als Levins Mutter plötzlich Hilfe braucht und Emma im richtigen Moment reagiert.

Zwischen dem neuen Wohnort und dem vermissten Zuhause liegt das Meer: Es trennt und verbindet zugleich.

Dauer ca. 40 min, keine Pause

Die Oper basiert auf den Jugendroman von Susan Kreller und der Schauspielvorlage von Barbara Kantel und Brancko Janack. Das Leadingteam rund um die niederländische Regisseurin Kenza Koutchoukali setzt in der Inszenierung einen Fokus auf das stetige und enge Zusammenspiel zwischen Sänger*innen und Musiker*innen. Die Bühne besteht aus fünf beweglichen Elementen, die die fünf Schichten des Ozeans widerspiegeln. Sie werden von den Darstellenden selbst verschoben und neu angeordnet, um die Atmosphäre der jeweiligen Szene zu verdeutlichen. Sie zeigen mal konkret, mal abstrakt verschiedene Örtlichkeiten wie das Klassenzimmer, Levins Zuhause oder den vielschichtigen Ozean mit seinen mystischen Tiefen.

Elektrische Fische von Hannah Eisendle ist eine Oper für Sopran und Tenor, drei Instrumente - Cello, Klarinette und Percussion - sowie Elektronik. Die Komponistin Hannah Eisendle geht in dem Werk der Frage nach, wie Musik Inhalte unabhängig von szenischer und sprachlicher Darstellung vermitteln kann. Wie kann Musik als Mittel eingesetzt werden, um das Ungesagte mitzuteilen? Wie klingen Stille, Nicht-Verstehen und verweigerte Kommunikation? Die Elektronik dient als musikalisches Bindeglied, indem sie die Szenen akustisch konkretisiert. Zum Einsatz kommen auch Soundscapes, die unterschiedliche Orte vergegenwärtigen und so Verbundenheit ebenso wie Getrenntsein versinnlichen.

Was eine Heimat ausmacht, liegt immer im Auge des Betrachtenden. Emma vermisst ihre Großeltern, die englische Sprache, aber auch Pfefferminzkaugummi und das »Thank you« – das höfliche Dankeschön an den Busfahrer beim Ein- und Aussteigen. Die Oper Elektrische Fische zeigt, wie schwierig es sein kann, sich an eine neue Umgebung anzupassen, aber auch, wie die Umgebung diese Anpassung beeinflussen kann, und welche Rolle jede Person dabei spielen kann.

Mit feiner, poetischer Sprache und klanglichem Scharfsinn erzählt das Stück von Umbrüchen und großen Veränderungen, die im Leben geschehen, von Heimweh und vom Gefühl des Verloren-Seins in einer neuen Umgebung, aber auch von der Kraft von Freundschaft und dem Zusammenhalt innerhalb einer Familie. Elektrische Fische handelt von der Bedeutung der Sprache und von (fehlender) Kommunikation und sucht nach Möglichkeiten des Zusammenlebens in schwierigen Situationen.

Eine Besonderheit dieser Oper besteht darin, dass auch die Musik*innen Teil der Szene sind. Sie nehmen im Stück immer wieder unterschiedliche Rollen ein. Manchmal repräsentieren sie verschiedene Stimmungen und Atmosphären wie z.B. das Gefühl der Schwerelosigkeit oder des Chaos, manchmal verkörpern sie konkrete Rollen wie z.B. Emmas Schwester Aoife, einen Lehrer oder Mitschüler*innen; oder sie fungieren »nur« als Instrumentalist*innen, die die Musik zum Leben erwecken.

© Wiener Staatsoper
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Wiener Staatsoper in Koproduktion mit

Wiener Staatsoper in Koproduktion mit Jeunnesse & Oorkaan